Der Sommer ist auf seinem Höhepunkt angelangt. Und kräftig geschwitzt haben wir ja auch schon! Dieser Jahreszeit hat unter anderem Erich Kästner (er ist dieser Jahreszeit auch gestorben, an einem 29. Juli) ein paar Zeilen gewidmet:
„Nun hebt das Jahr die Sense hoch und mäht die Sommertage wie ein Bauer. Wer sät, muss mähen und wer mäht, muss säen. Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer“.
Kästner, geboren in Dresden, gestorben in München, war kein „Naturbursche“, sondern ein Großstädter. Und doch widmet er sich der Natur und versucht, ihre Erscheinungen als Hinweise zu lesen für eine tiefere Wirklichkeit, die durch sie hindurch scheint.
Und da stößt er auf eine seltsame Paradoxie: „Nichts bleibt, mein Herz. Und alles ist von Dauer“. „Nichts bleibt“, natürlich. Wer könnte es bestreiten. Aber genau darin zeigt sich doch etwas Bleibendes. Offenbar gibt es gerade im Fluss des ewigen Wandels auch eine Bewegung hin auf das, was von Dauer ist und bleibt.
Davon spricht der christliche Glaube ausdrücklich: Himmel und Erde „werden vergehen, du aber, Gott, bleibst. Wie alte Kleider werden sie zerfallen, wie ein abgetragenes Gewand wirst du sie zur Seite legen. Du aber bleibst ein und derselbe, du wirst immer und ewig leben.“ (Hebräerbrief 1,11f).
Der Schöpfungsatem Gottes, der diese Welt ins Leben rief und sie Tag und Tag neu belebt – er ist das Dauernde im ständigen Auf und Ab des Geschehens.
Mit der Aussicht auf diese göttliche Dauer wünschen wir schöne Sommertage!